Kaja Hutz und Christopher Hafer erfüllen sich einen Traum

Die Nachwuchs-Faustballer erhielten am vergangenen Wochenende die Nominierung zur U18 Weltmeisterschaft vom 20. bis 24. Juli in Nürnberg. Beide Akteure stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung.

"Ich würde schon gerne ein wenig mehr als im letzten Jahr bei der Europameisterschaft spielen", grinst Kaja Hutz einen Tag nach ihrer erneuten Berufung in die U18-Nationalmannschaft. Beim Erringen der Vize-Europameisterschaft dürfte sie im Gegensatz zu ihrer in allen Spielen eingesetzten Vereinskameradin Inga Maus gar nicht spielen. Sie nutzte ihre Chance allerdings im anschließenden internationalen Jugendlager. Bei den abschließenden Länderspielen hinterließ sie einen guten 2016_Kaja U18WMEindruck. Diesen prägte sich auch das Bundestrainergespann Dorothee Schröder (Schneverdingen) und Frank Laux (Koblenz). Sie luden Kaja Hutz zum ersten Lehrgang des erweiterten WM-Kaders im letzten Herbst nach Nürnberg ein. Dort schlüpfte Hutz in den vornominierten 14er-Kader für die Heim-Weltmeisterschaft. Unmittelbar nach dem Osterferien-Trainingslager des OTV in der Türkei gab es einen weiteren Form-Check beim Saisonvorbereitungsturnier in Hannover. Dort kam das U18-Team im Feld zahlreicher Bundesligisten auf den dritten Platz. Und nun der Nominierungslehrgang erneut in Nürnberg. "Wir haben die Nominierung erst am späten Sonntagabend nach unserer Rückkehr per Mail erfahren. Ich war - und bin es immer noch - total sprachlos", freut sich Kaja Hutz auf diese Herausforderung. Die sechszehnjährige Schülerin des Humboldtgymnasiums spielt seit acht Jahren Faustball im OTV. Seit zwei Jahren gehört sie bereits zum Zweitliga-Frauen-Team. Gemeinsam mit Ann Kristin Stöckler und Lea Maus ergänzt sie sich im Angriff. "Die Herausforderung auf höchstem Niveau zu spielen reizt mich sehr", schätzt Kaja Hutz 2016_Christopher Hechtdie Spiele in der Zweiten Bundesliga, aber auch im Nationalteam. Die Konkurrenz auf der Angriffsposition ist groß in der Nationalmannschaft. Svenja Schröder vom WM-Ausrichter TV Nürnberg-Eibach und Henriette Schell vom TSV Calw spielen in Spitzenteams der ersten Bundesliga. Und Marie Hodel kommt vom Zweitliga-Primus TSV Bayer 04 Leverkusen. "Es wird darauf ankommen, wie wir uns als Team bei der WM verkaufen. Doch da bin ich optimistisch gestimmt", weiß Kaja Hutz besonders um die Stärken der europäischen Teams aus Österreich und der Schweiz sowie den Brasilianerinnen. Kaja Hutz ist die erste Ohligser Faustballerin, die an einer Weltmeisterschaft teilnehmen darf.
Nesthäkchen des Faustball-Zweitligisten SG ESV Wuppertal-West/Ohligser TV ist Christopher Hafer. Im Zehner-WM-Kader ist er nach dem hünenhaften Kai Mörbe vom säschischen SV Kubschütz mit fünfzehn Jahren der zweitjüngste Akteur. "Das ist eine Riesenüberraschung für mich. Damit dürfte ich nicht rechnen", platzte es am Sonntagamittag in seiner Heimatstadt Hamm aus ihm heraus. Nach einem Herbstlehrgang in Ohligs und Vohwinkel sowie der Turnierteilnahme in Hannover sollte der Nominierungslehrgang in Hamm die Entscheidung bringen. Als die zehn Akteure des Bundestrainer-Duos Roland Schubert (Berlin) und des OTV-Vereinssportlehrers Hartmut Maus bekannt gegeben wurden, wusste Hafer seine Gefühle kaum zu ordnen. "In dem Moment ist mir so viel durch den Kopf gegangen, das ich gar nicht mehr wußte, wem ich zuerst danken soll", fielen Christopher Hafer zuerst seine Eltern Heike und Ludwin aber auch seine Geschwister Franziska und Johannes ein. Denn sie 2016_Faustball_Plakat_WMU18sind alle im positiven Sinne "faustballverrückt" und unterstützen Christopher in vielen Dingen. Auch in der Entscheidung im vergangenen Sommer vom Hammer SC zum Ohligser TV zu wechseln. Zweimal in der Woche nimmt er per Bahn die weite Strecke auf sich, um im Bergischen trainieren zu können. "Diese Belastung geht für mich in Ordnung, denn ich habe hier auch schon viele Freunde gewonnen", schätzt Christopher Hafer aber auch die Trainingsqualität beim OTV sehr. 2012 war der Zweitliga-Spieler Johannes Groß, der zur Zeit ein Auslandssemester in Litauen absolviert, bei der WM in Kolumbien und holte Bronze mit dem deutschen Team. Hafer folgt ihm nun als zweiter Spieler des OTV zu einer WM.
"Das Mächen- wie auch das Jungenteam haben vor zwei Jahren in Brasilien souverän den Titel gewonnen. Folglich sind beide Mannschaften für Nürnberg favorisiert. Doch da werden besonders Österreich, Schweiz und Brasilien etwas dagegen haben", schätzt U21- und U18-Bundestrainer Hartmut Maus die Situation sechs Wochen vor der Weltmeisterschaft gelassen ein. Einen seiner Zöglinge beförderte die Nominierung nicht ins WM-Boot. Angreifer Oliver Schaper bekam keine Berücksichtigung im Hinblick auf Nürnberg. "Oliver geht fair mit der Entscheidung um und freut sich auf die Herausforderung der Zweiten Bundesliga", ist Hartmut Maus auch stolz auf den Abiturienten aus Erkelenz. Am Samstag geht es mit dem Heimspieltag gegen den TuS Dahlbruch und den Wardenbuger TV weiter.
Hartmut Maus