Große Rheintour 2015 der Kanuten

Ein prima Wochenende, weitab vom Alltag. Zwei Tage Paddeln sind fast wie eine Woche Urlaub, so schnell lässt man den Alltag hinter sich.

Samstag morgens, sich um sechs am Bootshaus zu treffen, ist nicht für jeden eine angenehme Vorstellung und auch wir drei, Jens, Resi und  Henry, unser 10jähriger Sohn, war das erste Mal dabei. Wir sind ziemlich verschlafen um 5 Uhr aus dem Bett gekrochen. Aber wir wussten ja, dass sich der Aufwand lohnt und standen pünktlich um 6 Uhr mit allen anderen Mitpaddlern, (die „Hoffmänner“ Claudia, Aaron, Thomas und Nora, natürlich nicht ohne Stefan; Peter, Oliver und Christiane) am Bootshaus. Heiko und Martina sollten erst später nachkommen.

Boote laden war zum Glück nicht mehr nötig, da dies schon am Donnerstag vorher erledigt wurde. Und auch den Bootsanhänger mussten wir nicht mehr mitnehmen. Zum Glück hatte sich Conny noch einmal bereit erklärt am Freitag vorher mit den Booten im Schlepptau loszuziehen  um alles Logistische zu erledigen: Boote und Paddelklamotten an den Bootsanleger nach Oestrich – Winkel bringen, mit dem Auto und dem Übernachtungsgepäck, sprich: Schlafmatten und Schlafsäcke, zurück bis Boppard, wo wir wieder im Bootshaus des dort ansässigen Ruderclubs unterkommen sollten. Alles dort abladen, dann mit Auto (und natürlich leerem Bootsanhänger) bis nach Rheinbrohl, dem Endpunkt unserer Paddelreise fahren. Das Auto mit Bootsanhänger stehen lassen und von da mit dem Zug zurück nach Oestrich – Winkel, um dort zu übernachten. Am nächsten Morgen nahm uns  Conny gut gelaunt  in Empfang. Man merkt, der Aufwand ist nicht unbeträchtlich und wir sind Dir lieber Conny alle außerordentlich dankbar, dass du dass so viele Jahre schon für uns alle übernommen hast! Nächstes Jahr bekommst du Unterstützung!!!

Zurück zum Samstagmorgen: Alle Mann mit Frau und Kinder in die Autos und bis nach Rheinbrohl fahren. Dort die Autos stehen lassen und mit dem Zug nach Oestrich – Winkel, von da aus ist es vom Bahnhof noch 20 Minuten zu Fuß zum dortigen Kanuclub. Conny erwartete uns schon mit den Booten am Bootsanleger. Umziehen, Tagesverpflegung und die Wechselklamotten verstauen und ab in die Boote und gegen 11 Uhr endlich lospaddeln. Es lagen etwa 50 km Rhein zwischen uns und unserem Schlafplatz in Boppard. Ich hatte dieses Jahr die Ehre mit Conny, als altem Paddelhasen, in seinem Klepper Aerius 2-er Faltboot zu fahren und ich wurde dort bestens mit Geschichten über die am Ufer liegenden Burgen und anderen alten Gemäuer unterhalten. Wir hörten die schönsten  Anekdoten aus ca. 60 Jahren Paddeltouren auf dem Rhein und das Paddeln wurde uns mit leckerem Federweißer  versüßt, den Conny sich auf seiner Tour am Freitag von einem altbekannten Winzer in einem kleinen Kanister hatte abfüllen lassen, mit der er uns die Paddelei nicht nur versüßte sondern auch erleichterte. Das Panorama ist auf dieser Teilstrecke des Rheins grandios. Hinter jeder Kurve sieht man eine Burg, überall Weinberge und auch die kleinen Städtchen am Ufer des Rheins sehen alle sehr urig und romantisch aus, wenn man an ihnen über die Wellen des „Vaters Rhein“ vorbeischippert. Nicht umsonst gehört dieser Abschnitt des Rheins zum UNESCO – Weltkulturerbe.

Mittagspause machten wir ebenfalls an einer Burg, der Pfalz am Rhein, ehemals im 12. Jahrhundert Zollstation des Pfalzgrafen am Rhein und mitten im Strom auf einer Insel gelegen. Dort wurden wir von Touristen bestaunt, die diese Burg besichtigen wollten und an deren Wegrand wir saßen und unsere Stullen und Kekse futterten. Leider hatte sich das anfangs so sonnige Wetter nun umentschieden und zeigte sich nun etwas grauer, windiger und nasser, sodass der eine oder andere Mitpaddler seine warmen Neoprenklamotten doch noch aus dem Boot nahm und sich gegen  das Schlechtwetter wappnete. Weiter ging es auf dem Wasser an noch mehr Burgen vorbei, bis wir gegen 17 Uhr Boppard erreichten, dort mit vereinten Kräften und mit Hilfe eines sehr praktischen Bootswagens unsere Boote zum Ruderclub transportierten. Alle Paddler aus den klammen Neoklamotten raus, unter die Duschen und dann auf ins Städtchen zum Abendessen. Gegen 21 Uhr zu einem weiteren Highlight der jährlichen großen Rheintour, dem Feuerwerk auf dem Rhein anlässlich..., nein nicht von Conny vororganisiert für unserer großen Rheintour wie man vielleicht meinen könnte...., sondern ganz einfach wegen des Weinfestes, das ganz zufällig immer an diesem Wochenende in Boppard stattfindet. Man könnte meinen, dass sei kein Zufall!

Als nun alle ihre Schlafsäcke beisammen hatten - auch die, deren Schlafsachen aus Versehen  in Oestrich – Winkel zurückgeblieben sind und zum Glück abends noch von Bert, der mit seinem für die lange Paddelei doch noch etwas zu kleinen Sohn Len abends nach Boppard mit dem Auto kam, um mit uns das Feuerwerk zu gucken, geholt werden konnten - haben wir alle ganz gut geschlafen und bekamen am Sonntagmorgen ein sehr leckeres Frühstück von einer Dame des Ruderklubs serviert. Frisch gestärkt und halbwegs ausgeschlafen stiegen wir wieder in die Boote, um noch einmal etwa 50 Kilometer bis Rheinbrohl zurückzulegen. Anfangs ist die Landschaft noch ähnlich romantisch, wie auf dem Teilstück des ersten Tages, dann wird es aber zunehmend flacher und  die Weinberge und Burgen verschwinden allmählich aus dem Landschaftsbild. Pause machten wir am zweiten Tag gegenüber des „Deutschen Ecks“ in Koblenz, wo der Rhein und die Mosel zusammenfließen. Jetzt zum Glück bei durchweg schönem und sonnigen Wetter, leider aber ohne Federweißer, den hatten wir am Vortag bereits vernascht, schafften wir auch noch die letzte Etappe. Am Schluss mit wechselseitigem Herren- und Damengesang, um sich beim Ziehen am Paddel im Takt zu halten. Alle haben tapfer durchgehalten. Auch unsere drei 10jährigen Nachwuchspaddler Thomas, Oliver und Henry haben Ausdauer bewiesen und ihren drei Bootsvorständen, Aaron, Peter und Jens in den Zweierkajaks nicht die Arbeit alleine überlassen. Zurück in Rheinbrohl hieß es dann nur noch Boote sauber machen, zurück auf den Hänger, verschnüren und ab nach Hause.

Einzig und allein der glückliche Heiko hatte sich frühzeitig mit seiner Frau Martina abgesetzt, damit er noch genügend Zeit hatte  in Rheinbrohl vom neu erstandenen Zweierkajak in den Einer zu wechseln, um noch drei Tage Paddelei hinten dran zu hängen.  Am Mittwoch wurde er in Baumberg von Martina wieder eingesammelt.

Das war mal wieder ein prima Wochenende, weitab vom Alltag. Zwei Tage Paddeln sind fast wie eine Woche Urlaub, so schnell lässt man den Alltag hinter sich.  Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei.

Therese